Mittwoch, 4. September 2013

Der Anfang

Die Anfahrt war abenteuerlich weil wir vom Weg abgekommen durch die Hinterhöfe fahren mussten. Birgit mit dem Koffer bei Stephen im Auto, ich mit dem Motorrad voraus – schließlich muss man ja beweglich bleiben.

Dafür bekommen wir beide ein gutes Mittagessen und ich ein schönes Zimmer. Ich habe Glück in einem Einzelzimmer mit eigenem Bad und sogar WLAN, das aber – indientypisch – nur manchmal funktioniert.
Zimmer im Gästehaus

Das liegt im Gästehaus etwas vom Schuss – ich brauche 7 Minuten zur Unterrichtshalle - auf dem ziemlich großen Yoga Universitätsgelände. Siehe auch www.svyasa.org.
Gaestehaus mit Motorrad

Im Erdgeschoss läuft eine Dauerberieselung mit „Ohm“ – Tag und Nacht – vor einem tollen Altar mit Lichthof.
Hausaltar im Gästehaus

Hier der Tagesablauf, der in diesem Monat für mich gilt:
4:30 Aufstehen
5:00 Gebete und Yoga
7:00 „Karma Yoga“ = gemeinnützige Arbeit = Hof kehren
8:00 Frühstück
8:45 Gottesdienst = Sanskrit Gesänge zum Mitsingen ;-) und Predigt
9:30 Zeit zur Morgentoilette
11:00 Yoga Unterricht theoretisch & praktisch
13:00 Mittagessen
14:00 Pause
15:00 Yoga Unterricht theoretisch & praktisch
17:00 Pause
17:45 Gottesdienst, wieder mit Gesängen
18:30 Meditation
19:30 Abendessen
20:15 Hausaufgaben oder fröhliches Zusammensein
22:00 Nachtruhe

Der Unterricht ist sowohl theoretisch als auch praktisch anstrengend. Wir sitzen immer im Schneidersitz (oder auch mal anders weil’s einfach nicht mehr geht) auf dem Boden und müssen Folien mitschreiben weil sie Informationen enthalten, die im Kursmaterial so nicht enthalten sind aber abgefragt werden am Ende.

Praktisch machen wir alles was wir weitergeben sollen natürlich erst mal für uns praktisch und dann oft nochmal bei der Erklärung und dem Training, wie das denn an Schüler weiterzugeben ist. Da ist schon mancher ausgestiegen bevor die Übung beendet war. Es gibt auch schon eine Abbrecherin, die sich so sehr verletzt hat, dass sie erst mal hier ins Krankenhaus geht. Sie ist aber auch selber schuld: Sie hatte Schmerzen im Rücken, Schmerzmittel genommen und dann im praktischen Unterricht übertrieben.
Wir anderen haben „nur“ Muskelkater, das aber dafür am ganzen Körper. Es wird besser sagen alle…

Wir sind insgesamt 33 Leute, etwa doppelt so viele Jungs wie Mädchen. Die meisten sind aus Indien, dafür aber von allen Himmelsrichtungen. Eine Kanadierin und eine Deutsche sind mit mir die drei „Ausländer“.

Es ist eine sehr nette Atmosphäre unter den Schülern, die Trainer und Lehrer sind aber recht reserviert und es geht ganz schön streng zu. Damit wir keine Veranstaltung schwänzen wir jedes Mal abgehakt wer da ist, Mädchen und Jungs sind grundsätzlich getrennt, in der Theorie links und rechts, in der Praxis vorne und hinten (was mir überhaupt nicht einleuchtet weil die Mädchen ja üblicherweise kleiner sind…).

Und alle sind wir ständig müde – die Zeit, die man für sich hat ist doch recht knapp bemessen und die ersten Hausaufgaben sind bereits verteilt worden.

Soviel für’s Erste aus dem Ashram. Hier noch die offene Eingangstüre des Gästehauses:
Offene Eingangstüre Gästehaus mit Altar

Om, Shanti, Shanti, Shanti
(Das ist der Schlusssatz des gesungenen Gebets mit dem wir jede, aber auch wirklich jede Aktivität beginnen und beenden. Heißt Om, Frieden, Frieden, Frieden - Om kann man nicht übersetzen ;-)
karininindien - 5. Sep, 23:13

Wie schön, das alles wieder zu erleben!!

Namaste Hermann,
da klingt vieles soooo bekannt: alle Knochen und Muskeln tun weh, man kann nicht mehr sitzen, die vielen Kontrollen, die nette Gemeinschaft (bei mir warens ja 91 Leute!!). Mit dem Zimmer hast du ja ein Riesen-Glück!!! So lässt sichs schon leichter aushalten dort. Schau nur immer genau nach Krabbel- und Kriechtieren überall! Wie gehts mit dem Essen?
Toll, dein blog! Freu mich, dass ich das alles lesen und die Bilder sehen kann! Gestern hab ich wieder bei UPM (Papierfabrik in Augsburg) unterrichtet, alles ganz nach Ashish-Art!!
Viiiieeeel Spaß weiterhin und Om, Shanti, Shanti, Shanti!!

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